Die Story

Dienstag, 18.08.2015

"..Manchmal sitzt du einfach nur in dem Kühlraum von dem Restaurant, dort wo sie die Getränke lagern...Du sitzt dort auf ein paar Kisten..kurz davor einzuschlafen...atmest schnell..Du fühlst nicht mal die Kälte..
Ich weiß nicht ob ich sagen könnte, dass ich irgendetwas fühle. Es ist einfach..leer..das ist...nichts..ich weiß nicht."

Wenn Geld kein Objekt wäre. Wenn du jeden Morgen aufwachen würdest und tun könntest, was du möchtest...was würdest du heute machen?

Wenn es egal wäre, welcher Beruf das meiste Geld bringt. Wenn du dich nicht um Rechnungen sorgen müsstest, wenn du dich nicht um die Meinung deiner Familie oder Freunde sorgen würdest... Was würdest du heute machen?

Ich sage dir, was ich tun würde. Ich würde das Leben so vieler Menschen wie möglich verändern, sie inspirieren und ermutigen das zu tun, was sie sich zutiefst wünschen.

Mein Name ist Hendrik Schmidt und ich bin Gründer von MindOverMatter. Wir sind eine Bekleidungsfirma, auf dem Papier, aber ich nenne es eine Bewegung.

Ich bin 19 Jahre alt geworden und nach nicht mal einem Monat haben wir bereits in 8 Länder geliefert. All das, was bisher geschah, hat es mir erlaubt, 5 Wochen nach meinem 19. Geburtstag, meine letzte Arbeitsstelle zu kündigen und mich vollständig auf meine Firma zu konzentrieren.

Um dir zu verdeutlichen, wie viel es mir bedeutet dir diesen Text zu schreiben, gebe ich dir einen kleinen Einblick in mein noch junges Leben.


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Bescheidener Anfang

Meine Eltern haben sich früh getrennt und ich habe bei meiner Mutter gewohnt. Wir hatten nicht viel Geld, sie hatte 3 Jobs und ist oft Blut spenden gewesen um sicherzustellen, dass genug zu essen für mich und meine Schwester im Kühlschrank war. Ich habe sie nie schlafen gesehen, denn sie ist immer lange vor mir aufgestanden und nach mir ins Bett gegangen. Irgendwann ist sie weg gezogen und wir haben uns nur noch sehr selten gesehen. Ich kann mich erinnern…Jedes Mal wenn ich sie besucht habe ein bis zwei Mal im Jahr und ich musste nach ein paar Tagen wieder gehen, hat sie mich zum Bahnhof gefahren und ihre Augen sind feucht geworden. Das erste was ich also getan habe als ich in den Zug gestiegen bin, war es einen Platz zu finden, der nicht an der Fensterseite war, denn ich konnte meine Mutter nicht weinen sehen. Denn wenn sie geweint hat - musste ich es auch.

Mit 12 Jahren habe ich angefangen zu arbeiten, Zeitungen verteilt. Mit 15 hatte ich bereits meinen 3. Job. Ich habe schwarz in einem Restaurant gearbeitet für 5€ die Stunde, oft habe ich im Keller die Teller gewaschen, oft mehr als 12 Stunden am Tag. Zu der Zeit bin ich noch zur Schule gegangen, habe Fußball gespielt (Bundesliga) und war 6x/ Woche im Fitnessstudio. Auch ich war noch jung und habe in der Zeit sehr unter Liebesproblemen gelitten, jeder kennt es. Irgendwann bin ich unter dem Druck zusammengebrochen, ich war psychisch ausgebrannt, bekam schlimme Hautprobleme und sehr starke Depressionen. Ich habe wochenlang nur im Bett gelegen, weil ich mich geschämt habe. Geschämt habe dafür wie ich mich gefühlt habe und wie ich ausgesehen habe. Ich habe komplett den Glauben an mich selbst verloren, mich aufgegeben.

Bis dahin habe ich bereits 4 Jahre trainiert, doch das Bodybuilding und seine Schönheit erst dann richtig kennengelernt. Viele denken, es geht hierbei nur darum, wer die größten Muskeln hat oder am meisten Gewicht aufheben kann, bevor er es wieder auf den Boden fallen lässt. Nein, das alles sind schöne Nebensachen. Dieser Sport ist mehr als eine physische Transformation – denn die größere Transformation findet in deinem Geist statt. Bodybuilding wurde für mich (und ist es heute noch) zur Therapie. Durch den Sport habe ich mich wieder gefangen und bin aufgestanden.

Endlose Stunden und Stunden und Stunden von Arbeit.

Damals habe ich etwas außerhalb gewohnt und bevor ich ein Auto hatte bin ich sehr oft Zug gefahren, mit dem ersten in die Stadt und mit dem letzten nach Hause. Ich hatte immer 4 Taschen dabei. Eine für Schulsachen, eine für Sportsachen, eine mit Sachen für die Arbeit und eine meist zerrissene Plastiktüte mit meinen Mahlzeiten für den Tag.

Später, kurz nach meinem 18. Geburtstag (das war mein 4. Job gleichzeitig) habe ich als Nachtkurier gearbeitet. Das bedeutet, ich habe mich um 01:00 Uhr aus dem Haus geschlichen, habe den Transporter immer eine Straße weiter geparkt, so dass niemand etwas mitbekommen hat und habe bis 4 Uhr Zeitungen zu Paketen gepackt, die ich dann an Stationen abgeladen habe. In der ersten Ausgabe die ich ausgefahren habe, war die Todesanzeige von meinem Großvater.

Der Hass auf Jobs stieg, denn ich hatte genug davon, mich unter Wert zu verkaufen. Ich habe nie wirklich viel Geld verdient, aber dafür unbezahlbare Erfahrungen gemacht – mir wurde klar, dass ich zu mehr fähig bin als nur…das.


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Ende Dezember habe ich angefangen MindOverMatter aufzubauen und wurde besessen davon.

Ich wusste auch, dass ich alleine wohnen muss, denn zu Hause hat zu dem Zeitpunkt niemand an meinen Traum geglaubt, außer mir selbst.

Ich habe so hart gearbeitet, dass ich im Winter eine komplette Woche nicht zu Hause geschlafen habe, sondern im Auto, denn ich wollte keine Zeit verschwenden für den Weg, immerhin wären es insgesamt fast 45 Minuten gewesen. Irgendwann wurde es zu kalt und ich habe mir den Schlüssel zu einem Büro besorgt um dort auf dem Boden zu schlafen, in dem gleichen Büro, wo ich noch 4 Wochen vorher gearbeitet habe. Ich habe mich gefühlt wie im Himmel, denn es war warm.

Zu der Zeit habe ich bis nachts in einem Casino die Gläser gewaschen. Die anderen haben mich respektlos behandelt, ausgelacht – Ich kannte meinen Wert – also war es mir egal, denn sie kannten meine Gründe nicht, sie wussten nicht wer ich bin und außerdem musste ich Rechnungen bezahlen für MindOverMatter.

Gleichzeitig habe ich mich auf ein Fotoshooting vorbereitet, habe morgens vor der Schule mein Cardio gemacht und bin anschließend trainieren gewesen – nie eine Mahlzeit verpasst, denn ich hatte genug, vorgekocht in meinem Kofferraum. Morgens bin ich regelmäßig umgekippt, weil ich zu wenig geschlafen habe und mein Körper völlig am Ende gewesen ist – war mir egal, denn ich kannte mein Ziel.

Es waren durchschnittlich 21 Stunden Tage, in der Schule sagten sie mir ich sei faul und werde es nie zu etwas bringen, sie haben gesagt ich sei „psychisch krank“ – irgendwann bin ich einfach nicht mehr hingegangen, nur noch später zu meinen Abiturprüfungen und habe trotzdem besser abgeschlossen als viele andere..


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Die letzten Schritte..

Endlich, im Februar, hatte ich eine Teilzeitstelle gefunden, wieder in einem Restaurant. Ich bin direkt in meine erste eigene Wohnung gezogen, egal was es „gekostet“ hat. Ich musste für mich sein. Die ersten Wochen habe ich auf einer Matratze auf dem Boden geschlafen und aus Müllsäcken gelebt, habe auf dem Boden gegessen aus Tupperdosen mit geklautem Besteck aus der Schulcafeteria.

Im Restaurant habe ich meistens die abgefucktesten Arbeiten gehabt, wieder oft Teller gewaschen, aber all das war mir egal, denn ich wusste, es ist nicht mehr weit.


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Man sagt: „Wenn man einen Traum hat, sollte man jeden extra Penny in ihn investieren“ – Ich habe alles investiert, denn das ist mein Leben.

Ich habe alles in meine Firma investiert, alles!

Es war nie ein großes Problem für mich unter einem Budget zu leben, doch dann wurde es immer kleiner. Irgendwann schrumpfte es von Reis & Hähnchen und Magerquark & Haferflocken zu nur noch Magerquark & Haferflocken..und irgendwann habe ich einfach alles gegessen, weil ich Hunger hatte.

..Ich bin jeden meiner Wege gelaufen, denn ich wollte kein Geld für Benzin ausgeben

..Dementsprechend bin ich zu dieser Zeit über 1,5 Stunden zur Arbeit gelaufen, egal wie sehr es geregnet hat, wie früh morgens oder spät in der Nacht es war.

..Eines Nachts auf dem Weg ins Fitnessstudio habe ich einen offenen Proteinriegel im Treppenhaus auf dem Boden gesehen…habe mich nur umgeschaut und ihn dann gegessen

..Als das Restaurant geschlossen hat abends und es niemand bemerkte, habe ich mir einen Müllsack genommen und alle Pfanddosen in ihn gesteckt die ich finden konnte, nur um sie am nächsten Tag abzugeben und mir Magerquark zu kaufen.


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"Der größte Kampf ist meist direkt vor deinem Durchbruch"

Heute lebe ich viele meiner Träume

Täglich erreichen mich diese unglaublichen Nachrichten aus aller Welt. Leute schreiben, wie sehr ich sie inspiriere..und das bedeutet mir mehr als jedes Geld der Welt. Ich hatte nie Geld, aber diese Nachrichten erfüllen mich mit endloser Dankbarkeit...dieses Gefühl ist unbezahlbar.

Man kann mit den Augen diese Geschichten lesen, aber niemals mit dem Herzen diese Gefühle nachempfinden. Ich führe schon lange ein Tagebuch um die Entwicklung von meinem Denken zu verfolgen und meinen Weg und all die Emotionen, die er mit sich bringt, in Erinnerung zu behalten.

Viele Menschen wünschen mir Erfolg, meinen oft materielle Dinge. Ich sage ihnen, dass ich schon längst erfolgreich bin, denn ich messe meinen Erfolg nicht daran, wie viel Geld auf meinem Konto liegt, sondern wie viele Menschen ich positiv beeinflussen kann.

Jetzt ist die Zeit gekommen..in der wir Geschichte schreiben (Oktober 2015) – zusammen.


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